Wenn in der Branche über Versorgungsdichte diskutiert wird, dominieren oft gefühlte Wahrheiten und alte Stammtischmythen. Die gängigste Behauptung besagt, dass es im Osten und in ländlichen Regionen eine unnatürlich hohe Dichte an Sanitätshäusern gibt, während der Westen und die Metropolen eher ausgedünnt seien. Oft werden dafür pauschal das Durchschnittsalter, niedrige Mieten oder die geringere Kaufkraft verantwortlich gemacht.
Ein Blick in die Daten statt in alte Gewissheiten
Doch eine tiefgehende Datenanalyse unserer Redaktion zeigt ein völlig anderes Bild. Es gibt keinen simplen Ost-West-Graben. Stattdessen haben wir es in Deutschland mit verschiedenen marktwirtschaftlichen Ökosystemen zu tun.
Die Hintergründe dieser Analyse sowie unsere vollständige Datengrundlage haben wir im begleitenden Fachartikel zur Recherchebasis ausführlich dokumentiert. Wer nachvollziehen möchte, wie wir die Standorte erhoben, bereinigt und miteinander verglichen haben, findet die Details in unserer Analyse zur Datengrundlage der Deutschlandkarte.
Teil unserer Jahresserie „Stadt, Land, Fuß“
Gleichzeitig ist dieser Beitrag Teil unserer Jahresserie „Stadt, Land, Fuß“, der wir auch das Editorial dieser Ausgabe gewidmet haben. Dort beschreiben wir ausführlich, warum wir erstmals eine vollständige Landkarte der Sanitätshauslandschaft erstellt haben und was diese über die unterschiedlichen Versorgungsrealitäten in Deutschland verrät. Die programmatische Einordnung dieser Serie findet sich im Hauptartikel „Wo brennt das Licht?“.
Was unsere Daten zeigen, ist bemerkenswert: Wir sehen hochgradig zentralisierte Logistik-Hubs an den Rändern der Großstädte, die riesige Radien effizient beliefern. Und wir sehen Flächenversorger und Kiez-Kümmerer in Regionen vom Erzgebirge über den Hunsrück bis in die bayerischen Alpen. Diese müssen physisch präsent sein, weil die Wege für Hub-Konzepte zu weit und für viele Kunden zu beschwerlich sind.
Ein Werkzeug für Ihre eigene Analyse
Um diese unterschiedlichen Logiken sowie die tatsächliche Lage in Ihrer eigenen Region sichtbar zu machen, haben wir unsere Recherche in ein interaktives Werkzeug gegossen.