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Verordnung: IKM. Versorgung: Sie.

Serie: IKM

Drei Buchstaben, ein Versorgungsauftrag: IKM, das Inkontinenzmaterial. Ärzte nutzen das Kürzel gern auf Rezepten, die Praxissoftware hat es landauf, landab übernommen. Was auf dem Rezept fehlt, entscheiden Sie am Tresen.

Autor: Peter Carqueville

15 Min. Lesezeit · 9. September 2026 · Ausgabe 04/26 Mit Herz und Hilfsmittel
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Anonymisiertes Rezept mit der Angabe IKM / Harninkontinenz
Anonymisiertes Rezept mit der Angabe IKM / Harninkontinenz

Drei Buchstaben, ein Versorgungsauftrag: IKM, das Inkontinenzmaterial. Ärzte nutzen das Kürzel gern auf Rezepten, die Praxissoftware hat es landauf, landab übernommen. Dazu Diagnose, Stückzahl und Versorgungszeitraum. Saugstärke, Tag- oder Nachtversorgung: Fehlanzeige. Was auf dem Rezept fehlt, entscheiden Sie am Tresen. Zum Auftakt unserer neuen Serie: die Grundlagen der Beratung und Versorgung.

So sieht ein typisches Rezept aus, anonymisiert wiedergegeben: „Inkontinenzeinlagen Gr. M / 4×1 / D: Harninkontinenz / VZR: IV. Quartal“. Der kundigen Leserin fällt sofort etwas auf: Hier steht eine Größe. Das ist besser als die meisten Verordnungen, die wir gesehen haben. Und es ist, das muss man ehrlich sagen, kein Verdienst der Arztpraxis.

Als die Redaktion von „Mit Herz und Hilfsmittel“ im Januar mehrere Tage in einem Sanitätshaus hospitieren durfte, ergab sich ein klares Bild: Größen stehen seltenst auf einer Erstverordnung. Fabrikat, Saugstärke und Angaben zur Tag- und Nachtversorgung genauso wenig. Wo sie zum Teil auftauchen, sind es oft Folgeverordnungen. Dann hat das Sanitätshaus zum Beispiel die passende Größe längst am Tresen ermittelt und sie selbst oder über die Patientin in der Praxis mit aufs Rezept bringen lassen. Ganz im Sinne der Kundin.

Den Weg dahin zeigen wir auf den folgenden Seiten. Als Auffrischung für erfahrene Sanifees, als Basiswissen für die Neuen. Und danach lassen wir das Thema nicht mehr los: Die Serie IKM geht weiter, im Heft und auf herzundhilfsmittel.de. In den kommenden Ausgaben schauen wir auf das Geld, also darauf, was von der Monatspauschale wirklich übrig bleibt und wie das Aufzahlungsgespräch gelingt. Auf die ableitende Versorgung an der Schnittstelle zu Homecare. Auf Haut und Zubehör, das unterschätzte Sortiment. Und auf die Versorgung von Kindern und Jugendlichen, für die Ärzte übrigens ganz anders verordnen. Ein Rezept mit drei Buchstaben, eine Serie mit vielen Kapiteln.

Rund zehn Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Blasen- oder Darminkontinenz. Es sind sehr viel mehr, als je den Weg in ein Fachgeschäft finden. Denn Inkontinenz ist die Volkskrankheit, über die niemand spricht. Nicht mit der Partnerin, oft nicht einmal mit dem Hausarzt. Wenn eine Betroffene es doch tut, dann häufig zuerst dort, wo sie Fachlichkeit und Diskretion zugleich erwartet: an Ihrem Tresen.

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