Einlagenversorgung beginnt nicht in der Werkstatt, sondern am Tresen. Dort werden Erwartungen geklärt, Schmerzen beschrieben, Schuhe begutachtet und Messungen erklärt. Doch wie greifen Beratung, Messtechnik und handwerkliche Umsetzung wirklich ineinander? Wir haben mit Sanitätshausfachverkäuferin Anna-Lena Vollmann und Orthopädieschuhtechnikmeister Karl Henrik Jarasch darüber gesprochen, was gute Versorgung ausmacht, wo Messungen helfen und wo Erfahrung wichtiger ist als Technik.
Frau Vollmann, wie zeigen Sie einem Kunden zu Beginn: Hier geht es ums Verstehen und nicht ums Verkaufen?
Anna-Lena Vollmann: Ich kläre zuerst Anlass und Beschwerden. Ich stelle Fragen, höre zu und gehe auf die Situation ein, bevor es um Produkte geht.
Woran merken Sie später, ob eine Einlage nur „mitgegeben“ wurde oder wirklich gut hilft?
Anna-Lena Vollmann: An der Rückmeldung nach dem Tragen. Deshalb bleiben wir im Gespräch, fragen nach und prüfen gemeinsam, ob es im Alltag besser läuft.
Bleiben wir kurz bei den Einlagen selbst: Herr Jarasch, fertigen Sie diese immer individuell oder passen Sie auch Modelle aus dem Sortiment an?
Karl Henrik Jarasch: Beides. Wir haben Rohlingsmodelle, die oft nur kleine Anpassungen brauchen (Größe, Passform). Und wir fertigen komplett individuell über CAD und fräsen Inhouse. So können wir unterschiedliche Versorgungsstufen abdecken.