Heute hat die opta data Zukunfts-Stiftung in Berlin ihre HilfsmittelStudie 2026 vorgestellt. Die größte, die es für diese Branche je gab. Fast 1.000 Fachkräfte aus Sanitätshäusern und Homecare-Unternehmen haben mitgemacht, befragt von Forscherinnen und Forschern der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien in 51 Experteninterviews und einer repräsentativen Online-Erhebung. Das Ergebnis ist nüchtern und klar: 76 Prozent sehen die Existenz ihrer Betriebe durch die aktuelle Vergütungsstruktur langfristig gefährdet.
Das ist kein Protestton. Das ist eine Bestandsaufnahme von Menschen, die wissen, wie ihre Zahlen aussehen.
Und sie kommt zur denkbar ungünstigsten Zeit. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist seit dem 29. April beschlossen, inklusive des pauschalen Drei-Prozent-Abschlags auf Hilfsmittelvergütungen ab 2027. Den Versuch des Bundesrates, hier zu korrigieren, hat diese Redaktion an dieser Stelle analysiert: Er blieb bei Worten. Die HilfsmittelStudie 2026 der opta data Zukunfts-Stiftung liefert jetzt den wissenschaftlichen Unterbau für das, was viele von Ihnen längst spüren.
93 Prozent der Befragten fühlen sich von der aktuellen Gesundheitspolitik nicht ausreichend vertreten. Das ist keine Randnotiz. Das ist Einstimmigkeit.
Was 1.000 Fachleute wirklich gesagt haben
In den Interviews hat sich etwas gezeigt, das die Forschungsgruppe ausdrücklich als überraschend beschreibt: Niemand sprach zuerst über Hilfsmittel. Über Produkte, Abrechnungscodes, Hilfsmittelnummern: nichts davon stand am Anfang. Die Fachkräfte sprachen über Menschen. Über Verantwortung. Über Versorgung. Das Hilfsmittel war das Mittel. Nicht das Thema.
Vier Motive kehren in den Gesprächen immer wieder zurück. Sie sind die Koordinaten dieser Branche.