★ Im Basis-Abo enthalten

Einlagenberatung: Der Spickzettel für die Theke

Handwerkszeug fuer die Theke. Damit aus Einlage abholen echte Versorgung wird.

Autor: Christian Sujata

9 Min. Lesezeit · 2. März 2026 · Ausgabe 01/26 Mit Herz und Hilfsmittel
Teilen
Per WhatsApp teilen Per SMS teilen Per E-Mail teilen
4 mal geteilt

Wie greifen Beratung an der Theke und handwerkliche Umsetzung in der Werkstatt in der Einlagenversorgung zusammen? Dieser Fachbeitrag knüpft an das Interview mit Anna-Lena Vollmann und Karl Henrik Jarasch an und übersetzt die zentralen Aussagen in konkrete, sofort nutzbare Werkzeuge für den Versorgungsalltag.

Der interaktive Spickzettel

Die Bedarfsermittlung ist der wichtigste Schritt, bevor es um Produkte geht. Nutzen Sie diesen Spickzettel, um systematisch Schmerzen einzugrenzen und den Schuh-Check in 60 Sekunden zu meistern. Denn wie Frau Vollmann sagt: Je genauer wir hinsehen, desto weniger Probleme gibt es bei der Passform.

Die 6 Einstiegsfragen, die fast alles klären

Merke: Je besser wir den Alltag verstehen, desto passender wird die Versorgung.

60-Sekunden-Schuh-Check

Passt eine Einlage in diesen Schuh - ja oder eher nein?

Typische Stolperfallen:

  • Sehr weiche, instabile Schuhe: Einlage wirkt weniger oder fühlt sich ungewohnt an
  • Sehr alte Lieblingsschuhe: Passformprobleme werden der Einlage zugeschrieben
  • Sehr enge Schuhe oder Modeleisten: Einlage drückt, obwohl der Schuh das Problem ist

Merke: Die Einlage kann viel – aber der Schuh muss mitarbeiten.

Die Kommunikations-Leitfäden

Kunden kommen oft mit einer Verordnung, die Herr Jarasch treffend als reinen "Versorgungsgutschein" bezeichnet – das tatsächliche Problem muss erst noch ermittelt werden. Hier finden Sie erprobte Formulierungen von Anna-Lena Vollmann, um Kunden die Technik als schrittweises Ausschlussverfahren zu erklären, das hilft, statt zu bewerten.

Messtechnik richtig erklären

Drei Formulierungen, die Vertrauen schaffen:

  1. Das ist eine Momentaufnahme, die uns hilft, gezielt hinzuschauen.
  2. Wir bewerten Sie nicht - wir suchen eine Lösung, die im Alltag funktioniert.
  3. Am Ende zählt nicht der Wert, sondern: Wie läuft es mit Einlage im Schuh?

Was Messungen gut können:

  • Belastungen und Druckverteilung sichtbar machen
  • Unterschiede rechts und links aufzeigen, die man selbst nicht spürt
  • Verlauf dokumentieren (vorher und nachher)

Was Messungen nicht ersetzen:

  • Zuhören und Beschwerdebild
  • Passform-Check im Schuh
  • Rückmeldung nach dem Tragen

Nachfassen, ohne zu nerven

Damit wir sicher sind, dass alles passt - darf ich kurz nachfragen?

  1. Wie viele Stunden am Tag werden die Einlagen getragen?
  2. In welchen Schuhen - und fühlt es sich überall gleich an?
  3. Gibt es Druckstellen, Rutschen oder Kanten-Gefühl?
  4. Was hat sich verbessert - und was noch nicht?
  5. Wenn es noch hakt: eher Gewöhnung, Schuh oder Passform?
Ziel: Rückmeldung strukturiert aufnehmen und schnell zur Lösung kommen.

Der interaktive Werkstatt-Ticket-Generator

Die Werkstatt braucht präzise Details – besonders dann, wenn der Orthopädieschuhtechniker den "Fuß nicht selbst in der Hand hat", wie Karl Henrik Jarasch betont (z.B. bei Innenknicken oder Diabetes). Klicken Sie sich hier die perfekten Infos zusammen und kopieren Sie das Ticket direkt in Ihre Branchensoftware.

Generiertes Werkstatt-Ticket:

Tipp: Lieber ein kurzer Rückruf, als mit Annahmen zu arbeiten.