Der Abschluss, der den Unterschied macht

Welche Haftbandlösung zu welcher Beinform, Haut und Versorgung passt, ist im Fachhandel eine Beratungsfrage – keine Designfrage.

Autor: Christian Sujata

10 Min. Lesezeit · 3. Juli 2026 · Ausgabe 03/26 Mit Herz und Hilfsmittel
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Der Strumpf ist korrekt gemessen, die Kompressionsklasse stimmt, die Indikation ist klar – und trotzdem rutscht die Versorgung, rollt sich ein oder reizt die Haut. Genau an diesem Punkt wird aus einem „Extra“ ein zentrales Beratungsthema: Haftbänder müssen zu Gewebe, Haut, Beinform und Alltag passen. Wer sie nur nach Optik auswählt, verschenkt Versorgungsqualität.

Im Verkaufsgespräch fällt der Blick oft zuerst auf Material, Farbe und Strickart. Der obere Abschluss bekommt weniger Aufmerksamkeit – dabei entscheidet er im Alltag oft mit über den Erfolg. Haftbänder sollen den Strumpf sicher am Platz halten und den Tragekomfort stützen. Hersteller beschreiben sie deshalb nicht nur als Designoption, sondern ausdrücklich als patientenindividuelle Lösung für sicheren Halt und bessere Therapietreue. Das gilt für rund- wie für flachgestrickte Oberschenkelversorgungen.

Technisch ist die Aufgabe klar: Das Haftband ersetzt nicht die medizinische Wirkung des Strumpfs – die entsteht weiter über den definierten Druckverlauf von distal nach proximal. Aber es stabilisiert den Abschluss und kann damit verhindern, dass die Versorgung verrutscht, umklappt oder ständig nachkorrigiert werden muss. Genau das ist für den Alltag entscheidend. Denn wenn ein Strumpf unangenehm sitzt, leidet die Therapietreue zuerst.

Haftband ist nicht gleich Haftband

Bei den Bandtypen zeigen sich deutliche Unterschiede. Flächig silikonbeschichtete oder Spitzen-Haftränder stehen eher für einen eleganten, klassischen Abschluss. Noppen- oder Mikronoppenvarianten setzen stärker auf Luftzirkulation, geringere Abdrücke oder mehr Halt bei weicherem Gewebe. Eingestrickte Silikongarne oder elastische Bänder zielen stärker auf sanften Sitz und sensible Haut. Einige Anbieter differenzieren ihre Haftbänder deshalb ausdrücklich nach festem oder weichem Bindegewebe, normaler oder ausgeprägter Beinform, empfindlicher Haut oder modischem Anspruch.

Für die Beratung heißt das: Haftband ist nicht gleich Haftband. JOBST unterscheidet bei Rund- und Flachstrick zwischen Soft-Fit, Micronoppen- und Noppenhaftband. Juzo nennt Balance-, Noppen-, Spitzenhaftrand und elastisches Band. medi führt Mikronoppen-, Noppen- und Flächen-Haftbänder sowie Alternativen wie Hüftbefestigung oder Strumpfhalterung. Bauerfeind beschreibt ein hochelastisches Mikronoppen-Haftband, das sich auch bei großen Umfängen und weichem Bindegewebe gut anpassen soll. COMPRESSANA ergänzt das Thema um Zubehör wie Klebelotion – weist aber zugleich darauf hin, dass Haftbänder bei lymphatischen und ödematisierten Beinen nur bedingt geeignet sind.

Bei flachgestrickten Versorgungen

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