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„Das Problem ist nicht der Mensch, sondern der Mensch hat ein Problem“

Zuhören macht den Unterschied: Gute Versorgung beginnt oft mit einem guten Gespräch

Ob Einwand, Tränen oder Wut: Im Sanitätshaus entscheiden oft wenige Sätze darüber, ob sich Kundinnen und Kunden verstanden fühlen. Im Experteninterview erklärt Dr. Michael Hagemann, wie empathische und zugleich zielorientierte Gesprächsführung gelingt – und welche einfachen Rituale Fachkräfte sofort in ihren Alltag übernehmen können.

Autor: Christian Sujata

15 Min. Lesezeit · 13. Mai 2026 · Ausgabe 02/26 Mit Herz und Hilfsmittel
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Michael Hagemanns beruflicher Weg ist alles andere als geradlinig – und genau das macht ihn zu einem so spannenden Gesprächspartner für diese Ausgabe. Nach dem Abitur wollte er zunächst Musiker werden und leistete seinen Zivildienst in einem Exerzitienhaus. Dort begegnete er einem charismatischen Leiter, der Menschen, wie Hagemann es beschreibt, „ins Herz schauen und ins Herz sprechen“ konnte. Diese Erfahrung hat ihn tief geprägt. Er entschied sich für ein Theologiestudium, wurde katholischer Priester und übernahm früh Verantwortung – in Gemeinde, Bildungsarbeit, Großveranstaltungen und internationalen Projekten. Führung, Inszenierung, Kommunikation und die Frage, wie man Menschen in Bewegung bringt, zogen sich schon damals wie ein roter Faden durch seine Arbeit.

Reise auf dem Jakobsweg: Ich bin dann mal weg

Später folgte ein radikaler Neuanfang. Hagemann verließ die Kirche, ging den Jakobsweg und stellte sein Leben beruflich wie persönlich neu auf. Er wechselte in Beratung, Ausbildung und Unternehmenskontext, arbeitete im Change-Management, studierte Wirtschaft, machte einen MBA (Master of Business Administration), promovierte über Leadership und vertiefte systemische Beratung, Coaching und Gesprächsführung. Heute verbindet er genau die Felder, die sein Leben von Anfang an geprägt haben: Menschen verstehen, Orientierung geben, Veränderung gestalten. Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf seine Gedanken für den Sanitätshausalltag. Denn auch dort geht es oft um weit mehr als um Produkte: Es geht um Verunsicherung, Scham, Hoffnung, Selbstbild und um die Frage, wie Beratung so gelingt, dass Menschen sich gesehen fühlen – und zugleich Klarheit gewinnen. Im folgenden Interview zeigt Hagemann, warum gute Gesprächsführung immer mit Haltung beginnt und wie daraus konkrete Sicherheit im Kundengespräch entsteht.

Hagemanns Haltungsanker

Hagemanns
Haltungsanker


  • Ich bin okay, du bist okay

  • Sache und Person trennen

  • Self-Awareness entwickeln

  • Zielklarheit behalten

  • als Chancengeber denken

  • radikal zugewandt bleiben

  • jeder Kunde hat ein Lächeln verdient

  • eine positive Zukunftsvision eröffnen

  • Mut machen

  • „Yes we can“ – gemeinsam

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